Der Verein Sokratischer Weg setzt sich für eine konstruktive Gesprächskultur und eine reflektierte Auseinandersetzung mit eigenen Überzeugungen ein. Ausgangspunkt ist die Idee, dass Fragen in vielen Gesprächen weiterführen als bloße Gegenargumente. Mit einem respektvollen, dialogischen Ansatz möchte der Verein dazu beitragen, auch bei schwierigen oder kontroversen Themen offene, produktive und erkenntnisorientierte Gespräche zu ermöglichen.

Epistemische Bescheidenheit – oder warum Skeptiker immer Recht haben

Viele Menschen vertreten ihre Überzeugungen mit großer Sicherheit, ohne die Grundlagen dieser Gewissheit im Alltag ausdrücklich zu reflektieren. Der Workshop greift diese Spannung auf und widmet sich der Frage, worauf Überzeugungen beruhen, wie sie gerechtfertigt werden und weshalb es oft schwerfällt, die eigene Sicherheit angemessen einzuordnen. Im Mittelpunkt steht dabei weniger, was Menschen glauben, als vielmehr, wie sie zu ihren Überzeugungen gelangen und welche Formen der Rechtfertigung dabei eine Rolle spielen.

Ausgehend von der Idee epistemischer Bescheidenheit eröffnet der Workshop einen Raum, um den eigenen Umgang mit Gewissheit, Zweifel und Fehlbarkeit zu reflektieren. Dabei geht es darum, wie persönliche Erfahrung, Intuition, Autorität, logisches Schließen oder empirische Evidenz zur Stützung von Überzeugungen herangezogen werden und in welchem Verhältnis diese Formen der Rechtfertigung zueinander stehen. Zugleich richtet sich der Blick auf die Frage, wie Gespräche über Überzeugungen so geführt werden können, dass nicht sofort Rechtfertigungsdruck, Abwehr oder Polarisierung entstehen, sondern Raum für echte Reflexion entsteht.

Der Workshop lädt damit zu einer gemeinsamen Auseinandersetzung mit dem eigenen Erkenntnisprozess ein. Er richtet sich an alle, die sich dafür interessieren, wie Gewissheit entsteht, wie sich Unsicherheit produktiv aushalten lässt und wie ein differenzierterer, selbstkritischerer Umgang mit den eigenen Überzeugungen aussehen kann.